Sofortprogramm der Tönnies Gruppe

Sofortprogramm zur erweiterten Pandemieprävention sowie zur Veränderung der Bereiche Arbeit, Wohnen und Tierhaltung

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Aktuelle Informationen zum COVID-19-Geschehen bei Tönnies

Am 20. Juli hat die Tönnies Gruppe das „Sofortprogramm zur erweiterten Pandemieprävention sowie zur Veränderung der Bereiche Arbeit, Wohnen und Tierhaltung“ veröffentlicht.

Das Unternehmen informiert in diesem Bereich über aktuelle Entwicklungen im Zuge des Corona-Ausbruchs und der seit dem 14. Juli wieder anlaufenden Produktion am Hauptstandort in Rheda-Wiedenbrück.

In diesem Rahmen hat die Tönnies Gruppe am 20. Juli 2020 ein Sofortprogramm veröffentlicht (siehe unten) mit dem Ziel die Pandemierisiken weiter zu reduzieren und sie neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen anzupassen. Darüber hinaus umfasst das Sofortprogramm wichtige Veränderungen der Tönnies Gruppe für die Bereiche Wohnen, Arbeit und Tierhaltung.

Neben diesem Sofortprogramm finden Sie hier einen Faktencheck, eine Chronologie der Geschehnisse in Rheda-Wiedenbrück der letzten Monate, neueste Pressemitteilungen und Informationen zu Tests und Ergebnissen an anderen deutschen Standorten.

Sofortprogramm der Tönnies Gruppe

I. Pandemieprävention

Die Tönnies Gruppe hat bereits frühzeitig ein umfangreiches Hygienekonzept zur Pandemieprävention für den Standort Rheda-Wiedenbrück erarbeitet. Dieses Konzept wurde seither kontinuierlich erweitert und optimiert. Aufgrund des plötzlichen Ausbruchsgeschehens am Produktionsstandort in Rheda-Wiedenbrück hat Tönnies gemeinsam mit den zuständigen Behörden und der Wissenschaft im Juli 2020 insgesamt elf Zusatzmaßnahmen vereinbart, die sie zur Pandemieprävention ab sofort umsetzt werden. Diese gilt es mit hohem finanziellen sowie personellem Aufwand und unter Mitwirkung seiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus der Produktion und Verwaltung in den Betrieben durchzusetzen. Eine Reihe dieser Zusatzmaßnahmen sind bereits in ähnlicher Form Teil des Hygienekonzepts vor dem Ausbruch gewesen.

Die Maßnahmen des Sofortprogramms werden als erstes am Hauptstandort in Rheda-Wiedenbrück umgesetzt. Im Anschluss werden ausgewählte, in der Pandemie erforderliche Maßnahmen an den anderen deutschen Betrieben der Tönnies Gruppe eingeführt. Dabei richtet sich die konkrete Ausgestaltung der Maßnahmen an den anderen Betrieben nach:

  • geltenden behördlichen Regeln und Auflagen,
  • den Gegebenheiten und Räumlichkeiten der Betriebe,
  • dem Infektionsgeschehen in den Regionen der anderen Betriebe und den damit verbundenen Verordnungen der Behörden während der Pandemie.

Die Erfahrungen und intensiven Erforschungen des Ausbruchsgeschehens in Rheda-Wiedenbrück im Juni 2020 sind eine wesentliche Grundlage für das erweiterte Gesundheitskonzept zur Prävention der Pandemie.

1. Wohnräume und Unterbringung
Die Tönnies Gruppe gründet eine Wohnraumbewirtschaftungsgesellschaft. Sie schließt unabhängig vom Arbeitsverhältnis Mietverträge mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die bis dato in einem Werkvertragsverhältnis stehen und keine eigene, private Anmietung von Wohnraum vornehmen. Bislang leben rund 70 Prozent der Beschäftigten am Standort Rheda-Wiedenbrück in privat angemieteten Wohnungen, 30% in Gemeinschaftsunterkünften. Die Wohnraumbewirtschaftungsgesellschaft verwaltet sämtlichen Wohnraum für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit eigenem fest definierten Hygiene-/ Reinigungskonzept, das eine wöchentliche Grundreinigung beinhaltet.

Bis zur Umsetzung des Wohnraumkonzepts inkl. der Wohnraumbewirtschaftungsgesellschaft führt Tönnies die Wohnraumkontrollen zur Sicherstellung der Einhaltung der MAGS Empfehlungen zum Schutz vor Ansteckung mit dem Coronavirus bei gemeinschaftlicher Unterbringung vom 11.05.2020 verstärkt durch. Diese Wohnraumkontrollen beziehen sich ausschließlich auf Gemeinschaftsunterkünfte.

 

2. Transport
Bei Bustransporten zum oder vom Arbeitsplatz mit mehr als neun Personen darf maximal nur noch jeder zweite Sitzplatz belegt werden. Sofern mehrere Personen in einem Fahrzeug sitzen, ist eine medizinische Mund-Nasen-Bedeckung erforderlich. Bei Bullis, also Personenbeförderung von weniger als neun Personen, gilt eine Obergrenze von fünf Personen.

 

3. Adressmanagement und betriebliche Rückverfolgung der Beschäftigten
Die einzelnen Betriebe der Tönnies Gruppe haben die Aufgabe, die Daten und Adressen ihrer Mitarbeiterinnen und aufzubereiten, zu bündeln und so zu archivieren, dass in möglichst kurzer Zeit auf Abfragen von Ämtern und Behörden reagiert werden kann.

Eine Datenbank auf Basis der Personalverwaltung für die Wohn- und Aufenthaltsadressen der Beschäftigten wie in Rheda-Wiedenbrück ist eine Variante. Sie wird täglich gepflegt und neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden mit vollen Adressangaben angemeldet. Wichtig ist, dass die Daten vollständig und zutreffend sind und dauerhaft aktualisiert werden. Dazu werden die erforderlichen formal-rechtliche Vereinbarungen und Absprachen mit den Werkvertragsunternehmen getroffen, um geltende Datenschutzrichtlinien nicht zu verletzten.

 

4. Reihentestung
Tönnies baut während der Pandemie-Zeit künftig eine Reihentestung für alle Produktionsmitarbeiterinnen und -mitarbeiter auf. Hierzu wird beispielsweise in Rheda-Wiedenbrück ein mobiles Zelt am Werks-Eingang aufgebaut, so dass die Mitarbeiter zweimal pro Woche getestet werden. Die Tests werden von unabhängigen ärztlichen Diensten genommen und in unabhängigen, akkreditierten Laboren untersucht.

 

5. Schulungen für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
Am ersten Tag der Wiederaufnahme der Tätigkeit schult Tönnies jede Mitarbeiterin und jeden Mitarbeiter nochmals eingehend zu allen wesentlichen Maßnahmen. Die Schulungen beinhalten eine Unterweisung zum korrekten Tragen des Mund-Nasen-Schutzes sowie die Ausgabe einer mehrsprachigen Informationsbroschüre für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu generellen Arbeitsschutzmaßnahmen. Hinzu kommen weitere Informationen: Bei Symptomen zu Hause bleiben; Verzicht auf Händeschütteln; richtiges Händewaschen; Abstandhalten; Lohnfortzahlung im Krankheitsfall. Die Schulungen werden durch dauerhafte Informationskampagnen ergänzt.

 

6. Arbeitsmedizinische Versorgung und ärztlicher Check
Die Arbeitsmedizinische Versorgung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aller Gesellschaften am Produktionsstandort Rheda-Wiedenbrück bindet Tönnies verstärkt in das Hygienekonzept ein und verzahnt sie enger mit den betrieblichen Maßnahmen. Das Vorgehen an diesem Standort ist der Pilot, um entsprechend auch an anderen Standorten zu verfahren.

Ziel ist es, Untersuchungs- und Behandlungsmöglichkeiten direkt an allen Standorten zu schaffen – je nach standortspezifischem Bedarf und Beschäftigtenanzahl. An vielen Standorten wird das bereits heute praktiziert.

Soweit nicht bereits vorhanden, werden in jedem Betrieb extra Räumlichkeiten eingerichtet, in denen Mediziner hauptamtlich direkt vor Ort praktizieren. Bis dahin stimmen sich die Betriebsärzte in regelmäßigen Telefonkonferenzen alle 14-Tage ab.

Neben der arbeitsmedizinischen Pflicht- und Angebotsvorsorge wird eine sogenannte Wunschvorsorge auch in Bezug auf COVID-19 Fragen ermöglicht und beworben. Hierzu bieten Mediziner verstärkt per Telefon und Video-Calls Beratungen an. Zudem wird es einen ergänzenden ärztlichen Check aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter am Drehkreuz zu Schichtbeginn geben.

 

7. Kantinenkonzept
Das Kantinenkonzept zur Pandemieprävention wurde auf Basis neuer Erkenntnisse nochmals optimiert: zusätzliche Pausenräume, eine strikte Trennung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aus verschiedenen Produktionsabteilungen und individuelle Kantinenkonzepte für jeden Arbeitsbereich. Zudem wurden zusätzliche physische Barrieren zwischen den Kantinensteh- und Kantinensitzplätzen sowie Plexiglas-Abtrennungen auf den Tischen geschaffen.

 

8. Sozialräume und betriebliche Wegeführung
Für alle Teilbereiche der Betriebe wurde zur Trennung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern eine klare betriebliche Wegeführung definiert, die über räumliche und zeitliche Entzerrung eine noch bessere Trennung als bisher bewirkt. Dem liegt ein gut organisiertes Zeitmanagement aller betriebsinternen Abläufe zugrunde. Unter Berücksichtigung der Maßnahmen des Abstands-Haltens und des Tragens eines medizinischen Mund-Nasen-Schutzes ist dies ein weiterer Schritt der Prävention für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

 

9. Mund-Nasen-Schutz und Mindestabstände
Das Unternehmen verpflichtet die Beschäftigten zur Nutzung eines mindestens medizinischen Mund-Nasen-Schutzes in allen Räumen des Betriebes. Für die Schlachtung ist ein OKE Mundschutz anzuwenden. Zudem wird es erneute Schulungen über die richtige Verwendung und maximale Tragedauer des Mund-Nasen-Schutzes geben. Ein erweitertes Kontrollkonzept zur sicheren Einhaltung der Mund-Nasen-Schutz-Anforderung in allen Bereichen rundet die Maßnahmen ab.

 

10. Arbeitsplätze: Mindestabstände in der Produktion und Trennwände
Die Anordnung sämtlicher Arbeitsplätze in den Produktionsbereichen wurden noch einmal analysiert und geprüft, um möglichst flächendeckend die Abstände zwischen den Arbeitsplätzen von mindestens 1.50 Metern einzuhalten. Ferner wurde identifiziert, an welchen Arbeitsplätzen die Mindestabstände nicht immer einzuhalten sind. Dort wurden Zusatzmaßnahmen entwickelt und umgesetzt wie Trennwände oder Trennungen durch Lamellen. Diese Maßnahmen werden ergänzt durch technische Maßnahmen, Pilotprojekte zur aktiven Luftabsaugung und Filterung sowie mobile HEPA Geräte (s. Punkt Lüftungstechnik).

 

11. Kontrollen
Die bisherige Kontrollsystematik wird ergänzt und in der Kontroll-Frequenz weiter erhöht. Dazu werden spezifische Personen im Betrieb als „Corona-Verantwortliche“ festgelegt, die in einem jeweils fest definierten Bereich die Einhaltung der Regeln sicherzustellen haben.

II. Lüftungstechnik

Es besteht mittlerweile eine wissenschaftliche Evidenz, dass am Standort Rheda-Wiedenbrück die in der Zerlegung zirkulierende Umluft wesentlich dazu beigetragen hat, dass das Virus sich in bestimmten Teilen der Produktionsräume halten und weiterverbreiten konnte. Dies ist maßgeblich durch Prof. Dr. Martin Exner vom Institut für Hygiene und Öffentliche Gesundheit der Universität Bonn festgestellt worden.

Diese Erkenntnisse sind weltweit neu und wurden zum ersten Mal angesichts des Ausbruchs im Werk in Rheda-Wiedenbrück wissenschaftlich untersucht. Daher waren sie bisher auch in keiner Weise reguliert – weder durch den Arbeitsschutz noch durch andere Vorgaben für die Fleischproduktion.

Auf Basis dieser weitreichenden Erkenntnisse und der Empfehlungen von Fachexperten wird die Tönnies Gruppe technische Maßnahmen ergreifen, damit die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vor dem Virus besser geschützt sind als zuvor. Diese Maßnahmen stellen einen neuen Standard für die weltweite Fleischbranche dar.

12. HEPA-Filtration und weitere raumluftverbessernde Maßnahmen in besonderen Risikobereichen
Um die im Raum zirkulierende Umluft von eventuell eingetragenen Viren zu befreien, werden dezentrale HEPA-Filtrationsgeräte eingesetzt. Grundsätzlich sind die Geräte so aufgebaut, dass die hochfeinen Viren-zurückhaltenden Hauptfilter durch geeignete gröbere Vorfilter geschützt und funktional gehalten werden.

Die Geräte verfügen über eine automatische Filter-Regeneration und Virus-Dekontamination durch Hitzereinigung. Aufgrund der Beschaffung unterschiedlich ausgelegter HEPA-Filtrationssysteme werden die Geräte den unterschiedlichen Anwendungsfällen in Produktionsräumen und Kantinen gerecht.

Die Geräte werden erhöht aufgestellt, so dass die Ausatemluft im Arbeitsbereich angesaugt und in Überkopfhöhe in den Umluft-Kreislauf der Verdampfer eingeblasen wird. Sämtliche Geräte werden mit den höchsten HEPA-Status H13 oder H14 ausgestattet, die für Reinraumtechnik wie in Krankenhäusern oder bei Chip-Herstellern geeignet sind.

Darüber hinaus werden in weiteren Bereichen mögliche Raumluft-verbessernde Maßnahmen umgesetzt. Dazu zählen die Erhöhung der Frischluftzufuhr und die kontinuierliche Überprüfung der bestehenden UV-Entkeimungssysteme.

III. Arbeit

Die Tönnies Gruppe arbeitet daran, alle in den Kernebereichen der Produktion per Werkvertrag Beschäftigten direkt bei der Unternehmensgruppe anzustellen.

13. Im Bereich Produktion werden in einem Pilotprojekt 1.000 Werkvertragsbeschäftigte am Standort Rheda-Wiedenbrück zum 30. September 2020 direkt in der Tönnies Unternehmensgruppe eingestellt.

 

14. Aufbauend auf den Erfahrungen dieses Pilotprojektes werden alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Schlachtbetriebe in der Unternehmensgruppe aus den Kernbereichen Schlachtung und Zerlegung in den nächsten sechs Monaten direkt bei Tönnies eingestellt.

 

15. Die bisher vorhandene Zeiterfassung wird zum 1. August 2020 in eine digitale Zeiterfassung überführt.

IV. Wohnen

Die Tönnies Gruppe wird Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die bis dato in einem Werkvertragsverhältnis stehen und keine eigene, private Anmietung von Wohnraum vornehmen, verschiedene Wohnungsangebote bereitstellen. Ziel ist es, zusätzlich zum bestehenden Wohnraum in den Regionen der verschiedenen Betriebe verstärkt Wohnraum an den Standorten zu schaffen, der Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ein Zuhause bietet.

Schon heute leben Werkvertragsmitarbeiterinnen und -mitarbeiter, die für die Tönnies Gruppe arbeiten, in der großen Mehrheit in eigenen Wohnungen wie z.B. in Böklund (80 % der Beschäftigten in eigenen Wohnungen) oder in Rheda-Wiedenbrück (70 % der Beschäftigten in eigenen Wohnungen). Unser Ziel ist es, noch mehr als zuvor, die Bedingungen für bisherige Werkvertragsmitarbeiterinnen und -mitarbeiter so attraktiv zu machen, dass sie im Umfeld ihres Arbeitgebers ihren Lebensmittelpunkt sehen und dauerhaft vor Ort wohnen können und sich wohlfühlen.

Das Wohnraumkonzept sieht Lösungen für verschiedene Produktionsstandorte vor. Erste Umsetzungen haben bereits begonnen. Den Start macht die Gruppe mit der Schaffung von neuem Wohnraum am Hauptstandort in Rheda-Wiedenbrück, da es dort einen besonders starken Bedarf gibt. Zu unserem Weg zählen:

16. Kurzfristig werden bis zum 1. September 2020 in Rheda-Wiedenbrück 400 Wohnplätze angemietet, um den nun direkt angestellten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern das Angebot einer Wohnung zu machen

 

17. Tönnies hat bereits zwei Wohnungsgesellschaften gegründet. Ziel ist es, an den Produktionsstandorten ein eigenes Wohnraumangebot mit definierten Standards für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu schaffen und damit den heimischen Wohnungsmarkt zu entlasten.
Zusätzlich zu den kurzfristigen Einheiten werden in einem nächsten Schritt 1.500 Wohneinheiten in bestehenden Objekten und neu zu errichtenden Objekten geschaffen:

  • Singleeinheiten,
    Zimmer mit Bad, Küche, Gemeinschaftsräume für die Freizeit und Außenbereich (ideal aufgeteilt in zwei bis vier Bereiche)Mit diesem Angebot sprechen wir Personen an, die am Beginn Ihrer Tätigkeit stehen, alleine vor Ort sind und eigentlich das Ziel haben, mittelfristig wieder in ihre Heimat zurückzukehren
  • Pärchen-Wohnungen
    Mit diesem Modell sprechen wir Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an, die mit ihrer Partnerin oder ihrem Partner nach Deutschland kommen, um hier primär befristet zu bleiben: Zudem richtet sich das Angebot an Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die in Deutschland eine Partnerin oder einen Partner kennen gelernt haben und entsprechenden Wohnbedarf haben
  • Mehrfamilienhäuser (MFH)
    Die Wohnungen in MFH richten sich an diejenigen, die vom ersten Tag an mit ihrer Familie nach Deutschland gekommen sind: Dieses Angebot spricht einerseits Personen der vorhandenen Belegschaft an, die bisher keine Wohnungen gefunden habenAndererseits sollen für dieses Angebot zudem Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gewonnen werden, die aus Objekten a. und b. ausziehen möchten, da sie z.B. eine Familie gründen wollen oder aus anderen Gründen einfach eine Veränderung der Wohnsituation anstreben

 

18. Es wird ein Wohnraumstandard und ein Reinigungsstandard eingeführt, der für alle von Tönnies vermittelten Wohnungen gilt und durch regelmäßige Audits und Begehungen sichergestellt wird:
Für bestehende Wohnobjekte gelten folgende Mindestkriterien:

  • Mindestgrößen 11qm pro Schlafzimmer
  • Mindestens ein gemeinsames Bad pro sechs Personen
  • Reinigungs- und Sozialdienst (mindestens einmal pro Woche)
  • Ausstattungs- und Möbelstandards

V. Tierhaltung

Die Tönnies Gruppe ist seit Jahren Vorreiter bei den Fragen des Tierschutzes, der Haltungskennzeichnung und der Transparenz für Verbraucher. Diesen Weg geht die Tönnies Gruppe mit dem vorliegenden Sofortprogramm weiter. Wir setzen alles daran auch weiterhin das Thema „Tierhaltung und Tierwohl“ voranzutreiben und hierbei Maßstäbe für die ganze Branche zu setzen.

Aktuelle Tierschutz-Maßnahmen vor der Schweineschlachtung
Am Beispiel des Betriebs in Rheda-Wiedenbrück:

  • Die Schweine stammen zu 80 % aus einem Umkreis von 100km vom Schlachthof.
  • Tierschutzbeauftragte prüfen alle unsere Betriebe.
  • Alle Mitarbeiter, die mit lebenden Tieren umgehen, verfügen über den amtlichen Sachkundenachweis.
  • Videosysteme überwachen zentrale tierschutzrelevante Schlachtabläufe.
  • Alle Schweineschlachtungs-Standorte arbeiten mit modernen CO2-Gruppen-Betäubungsanlagen für eine stressfreie Zuführung und tiefe Narkose. Damit stellen wir sicher, dass alle Tiere vor der Tötung betäubt werden.
  • Alle Rinderschlachtbetriebe haben moderne Betäubungsanlagen, um Fehlbetäubungen auszuschließen.
  • Wir investieren laufend in neue, zeitgemäße Tierschutzmaßnahmen.
  • Wir verfügen über eine eigene Stabsabteilung Tierschutz und Tiergesundheit, die direkt an die Geschäftsführung und den Vorstand berichtet.
  • Wir verpflichten unsere Lieferanten und Partner, die von uns gestellten Tierwohl-Standards einzuhalten.
  • Wir schulen unsere Lieferanten in unseren Tierwohl-Standards und bilden sie besonders aus.

 

Aktuelle Tierschutz-Maßnahmen vor der Schlachtung von Rindern
Am Beispiel des Betriebs in Kempten:

  • Rampen-Abtrieb nach dem Transport durch dafür geschulte Mitarbeiter
  • Wartestall-Aufenthalt von zwei bis drei Stunden
  • Trieb zur Betäubungsanlage über ansteigenden und rund gebauten Triebweg
  • In Einzelfällen protokollierter Einsatz von elektronischen Treibstöcken
  • Bolzenschuss-Betäubung mit permanenter Video-Überwachung
  • Augenlidreflex-Prüfung bei allen Tieren
  • Wir sorgen an allen Stationen vom Abladen bis zur Entblutung für einen schonenden und möglichst stressfreien Umgang mit den Tieren.

Handel und Verbraucher fragen verstärkt Schweine- und Rindfleisch aus übergesetzlichen Haltungsformen nach. Um diesen Bedarf zu bedienen, hat die Tönnies Gruppe in den vergangenen Jahren verschiedene Lösungen entwickelt. Diese sind auch im Sofortprogramm verankert.

 

19. Tönnies treibt die Themen Tierhaltung und Tierwohl weiter voran und schafft gemeinsam mit seinen Fachexperten und der gemeinnützigen Tönnies Forschung die wissenschaftlichen Grundlagen, um eine zukunftsfähige und tierwohl-gerechte Haltung sicherzustellen.
Die Tönnies Forschung (mehr unter http://www.toennies-forschung.de/tf/home.php) trägt dazu bei, tierwohlrelevante Kriterien für die Nutztierhaltung weiter zu erforschen und Empfehlungen für die Praxis abzuleiten. Sowohl die durch die Tönnies Forschung geförderten Arbeiten als auch externe Arbeiten bringen wertvolle Erkenntnisse hervor.

 

20. Tönnies vermittelt seit Jahren durch Kommunikationsinitiativen, welche aktuellen Haltungsformen es hierzulande gibt, welche Kriterien sie erfüllen und welche Maßnahmen die Landwirte hierzu umsetzen.
Gemeinsam mit den deutschen Handelsunternehmen hat Tönnies im Jahr 2018 in Deutschland die Haltungskennzeichnung für Fleisch eingeführt (mehr unter www.haltungsform.de). Inzwischen kann man auf allen Verpackungen und an den Frischetheken sehen, wie die Tiere gehalten wurden, deren Fleisch wir essen.

 

21. Tönnies bekennt sich zum Ergebnis der Borchert-Kommission des Bundeslandwirtschaftsministeriums und unterstützt maßgeblich die Tierwohlabgabe.
Tönnies unterstützt die Pläne der Borchert-Kommission, die darauf abzielt, eine flächendeckende Tierwohlabgabe in Deutschland einzuführen und eine zukunftsfähige Nutztierhaltung aufzubauen.

Tönnies steht voll hinter den Empfehlungen der Borchert-Kommission, vorausgesetzt, dass die Mehrabgaben der Verbraucher direkt bei den Landwirten ankommen. Denn sie stehen in erster Linie in der Verantwortung und sind gefordert Investitionen zu tätigen, um die Haltung der Nutztiere umzubauen und zu verbessern.

 

22. Tönnies treibt die Umstellung des gesamten Grundsortiments im deutschen Lebensmittelhandel auf Haltungsform 2 voran.
Tönnies verfolgt das Ziel, die Schweinefleischproduktion zukünftig zu großen Teilen auf die Haltungsform 2 unter der Bezeichnung „Stallhaltung plus“ umzustellen. Das bedeutet, dass künftig verstärkt Schweinefleisch produziert wird, das mindestens das Kriterium der Haltungsform 2 erfüllt. Darüber hinaus richten sich die Produkte, die Tönnies herstellt, nach der Nachfrage des Handels, der Endverbrauchers und der Kunden aus Gastronomie und Großhandel.

Die Stallhaltung Plus (Stufe 2) mit dem blauen Label kennzeichnet Fleisch, das aus einer Haltung stammt, die über die gesetzlichen Standards hinausgeht. Darunter fällt auch das Fleisch aus Betrieben der Initiative Tierwohl. Die gehaltenen Tiere haben mindestens zehn Prozent mehr Platz im Stall als gesetzlich vorgeschrieben und es steht ihnen zusätzliches Beschäftigungsmaterial zur Verfügung. Zudem sieht Stufe 2 eine Teilnahme am QS-System, kontinuierliches Antibiotika-Monitoring, Schlachtbefunddaten-Monitoring, Tiergesundheitsindex sowie Zugang zu Tageslicht für die Tiere vor.

 

23. Gemeinsam mit Partnern arbeiten wir daran, die Ferkelerzeugung noch weiter zu entwickeln. So läuft momentan ein Großprojekt mit Ställen, die den Freilauf der Sauen mit einem Gruppensäugen der Ferkel ermöglichen.
Dieses Modell der freien Gruppenhaltung wird wissenschaftlich entwickelt und anschließend gemeinsam mit unseren Partnern in der Ferkelzüchtung im Markt integriert.

 

24. Tönnies erweitert sein Angebot für die Haltungsform 3 auf 3.000 Schweine/Woche. Gleichzeitig wird der Bau von Offenfrontställen organisatorisch und strukturell gefördert.
Die Haltung gemäß Stufe 3 mit der Bezeichnung „Außenklima“ sieht vor, dass das Fleisch von Tieren stammt, die Zugang zu Außenbereichen haben. Damit entspricht die Stufe z. B. den Richtlinien des landwirtschaftlichen Fachverbands Neuland. Neuland-Fleisch wird beispielsweise mit Futtermitteln ohne Gentechnik produziert, die Tiere haben mehr Platz im Stall und Außenklimakontakt. Die Haltung der Stufe 3 kennzeichnet ein orangefarbenes Label.

 

25. Aufgrund der Verantwortung, die wir aus unserer Marktbedeutung im Bereich der Rinder- und Schweineschlachtung in Deutschland und Europa ableiten, genügt es uns nicht, auf unseren etablierten und bewährten Prozessen, die z.T. bereits seit Jahren deutlich über das rechtlich geforderte Maß hinausgehen, zu beharren. Daher treiben wir die Entwicklung der automatisierten Erkennung der Wahrnehmungslosigkeit nach der Entblutung beim Schwein und beim Rind voran.

  • Schwein: Modifizierte CO2-Betäubung zur weiteren Senkung der Häufigkeit aversiver Reaktionen (bis Ende 2022)
  • Rind: automatisierte Erkennung der Lokalisation für den Bolzenschuss bis Ende 2022