Ressourcenschutz:

Globale Auswirkungen von pflanzlicher Ernährung

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Globale Auswirkungen von pflanzlicher Ernährung

Der komplette Fleischverzicht in Deutschland hätte kaum Einfluss auf das globale Klima, würde die Welternährungssituation nicht verbessern und auch den Regenwald nicht retten, dafür aber zu Milliardenverlusten für die Volkswirtschaft führen. Zu diesem Ergebnis kommt der Agrarökonomen Prof. Michael Schmitz in einer aktuellen wissenschaftlichen Studie, in der die weltweiten und nationalen Konsequenzen eines reduzierten Verbrauchs tierischer Produkte, eines Anstiegs tierschutzbedingter Produktionskosten und eines Importverbots für eiweißreiche Futtermittel untersucht werden.

In der Zusammenfassung heißt es, die Nutztierproduktion in Deutschland steht nicht nur im harten europäischen und internationalen Wettbewerb, sondern ist auch erheblichem gesellschaftlichen Druck am eigenen Standort ausgesetzt. Kritiker empfehlen einen Verzicht auf Fleisch- und Milchprodukte mit Verweis auf die Gesundheitsvorteile, den Tierschutz, den besseren Umwelt- und Ressourcenschutz sowie den Welternährungsbeitrag einer pflanzlichen Ernährung. Politik regiert auf diese massive Kritik mit immer schärferen Tierschutz- und tierbezogenen Umweltstandards, die letztlich zu erheblichen Kostensteigerungen für Produktion und Verarbeitung von tierischen Erzeugnissen führen. Nicht zuletzt steht auch die Futterbasis der heimischen Nutztierproduktion in der Kritik, und es wird aus Klimaschutzgründen eine Beschränkung der Sojaimporte aus Südamerika gefordert.

Im Ergebnis zeigt sich, dass Fleischverzicht, Kostenanstieg und Sojaimportverbot zu Milliardenverlusten für Erzeuger und volkswirtschaftliche Wohlfahrt führen, insbesondere wenn Deutschland Maßnahmen im nationalen Alleingang und nicht EU-einheitlich durchsetzt. So verliert Deutschland bei einem einseitigen nationalen Sojaimportverbot beispielsweise 10 Milliarden US-Dollar pro Jahr, und ein Fleischverzicht von 50% im nationalen Alleingang hätte Wohlfahrtsverluste in Höhe von 8,8 Milliarden US-Dollar zur Folge. Dann profitieren nämlich nicht nur die Konkurrenten außerhalb der EU, sondern auch die anderen EU-Mitgliedsländer bzw. des Kostenanstiegs. Kommt beides zusammen, ist die Existenzfähigkeit der deutschen Nutztierbranche eindeutig gefährdet.

Die Effekte von Fleischverzicht und Kostenanstieg in der EU auf den Land- und Wasserverbrauch sowie auf die CO2-Emissionen fallen dagegen wider Erwarten durchweg gering aus. Das liegt daran, dass die induzierten Einsparungen an Ressourcenverbräuchen im Heimatland durch Mittelumschichtungen im Verbraucherwarenkorb, durch Faktorwanderungen in andere Produktionsbereiche sowie durch weltweite Produktionsverlagerungen und Verbrauchsanpassungen einen Mehrverbrauch von natürlichen Ressourcen an anderer Stelle auslösen. Das kann die potenziellen Einspareffekte weltweit deutlich einschränken, sie vollkommen kompensieren oder sogar in das Gegenteil verkehren.

Die Klimapolitik liefert mögliche Beispiele für ein solches kontraproduktives Ergebnis. Ein Fleischverzicht in Deutschland rettet also keinen Regenwald und spart Wasser und Land, wenn überhaupt, an der falschen Stelle. Lokale Umweltprobleme sind vor Ort anzugehen und nicht mit Handelsbeschränkungen. Globale Umweltprobleme sind dagegen global zu bekämpfen oder über eine bessere Koordination der separaten nationalen und sektoralen Regelungsbereiche zu lösen.

Fleischverzicht, einseitige Standards und Sojaimportverbote sind deshalb ungeeignete Mittel der Politik. Es gibt treffsicherere, wirksamere und sparsamere Instrumente, ohne die Nutztierbranche in ihrer Existenz zu gefährden. Technologische Fortschritte und Innovationen in der Pflanzen- und Tierzucht, der Tierernährung, der Tierhaltung und Tiergesundheit sowie in Bewässerungs- und Bodenbearbeitungssystemen sind hier zu nennen. Dann kann auf eine staatliche Konsum- und Produktionslenkung für eine rein pflanzliche Ernährung verzichtet werden, die offensichtlich mit Blick auf Umwelt, Klima und Welternährung nicht halten kann, was sie verspricht, so die Studie von Prof. Michael Schmitz.

 

Ressourcenschutz:

Meilenstein in der Nutztierhaltung:

Neues Fütterungskonzept reduziert Nitrat und Sojaeinsatz erheblich

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Meilenstein in der Nutztierhaltung:

Neues Fütterungskonzept reduziert Nitrat und Sojaeinsatz erheblich

Rheda-Wiedenbrück, 15.01.2019 – Meilenstein in der nachhaltigen Entwicklung der Nutztierhaltung: Josef Bunge, langjähriger und erfahrener Fütterungsberater der Landwirtschaftskammer NRW, hat ein neues und innovatives Fütterungskonzept entwickelt. Im Ergebnis könnten damit bei der Nutztierhaltung um bis zu 30% weniger Stickstoff anfallen und gleichzeitig der Anteil Soja im Futtermittel um bis zu 50 % reduziert werden. Um bis zu 30 % weniger Stickstoffanfall sind möglich, indem das Konzept die NAusscheidungen der Nutztiere (auch die Phosphor-Ausscheidungen) über die Gülle erheblich senkt. „Das neue Fütterungskonzept dient der Reduktion der N-Ausscheidungen und somit auch anteilig der N-Ausbringung aus tierischer Herkunft auf die Böden. Es kann damit auch zu einer Reduzierung der N-Einträge in die Gewässer führen“, sagt Josef Bunge von der Landwirtschaftskammer NRW. „Damit dient es letztendlich auch noch dem Grundwasserschutz“.

Ebenso dient es der Reduktion der Ammoniakemissionen aus der Landwirtschaft aus Sicht des Klimaschutzes. Deutschland hat sich innerhalb der EUNERC-Richtlinie dazu verpflichtet, seinen Ammoniakausstoß bis zum Jahr 2030 gegenüber dem Basisjahr 2005 um 29 % zu vermindern. Stickstoff, der nicht gefüttert wird, kann auch nicht zu Ammoniak umgewandelt werden. Ein weiterer Diskussionspunkt bei der Fütterung von Nutztieren ist der Sojaanteil im Futter.

Ziel des Fütterungskonzeptes ist es, den Sojaanteil im Ferkel und Vormastfutter in etwa zu halbieren, in der Endmast kann unter bestimmten Voraussetzungen komplett auf den Sojaeinsatz verzichtet werden. Dadurch ist eine Reduktion des Sojaanteils in der gesamten Mast um über 50 % zumindest möglich. Bei breiter Umsetzung in der Landwirtschaft verringern sich die notwendigen Sojaimporte aus Übersee erheblich – 1,75 Mio. Tonnen Sojaimporte pro Jahr nach Deutschland könnten wegfallen.

Um bei der Sojaschroteinsparung dennoch den Aminosäurebedarf des Tieres decken zu können, werden durch ein Maßnahmenpaket die Ergänzungs- und Mineralfuttermittel in ihrer Zusammensetzung verändert, wobei insbesondere freie Aminosäuren zur Ergänzung verwendet werden, die dem Tier zu 100 Prozent verfügbar sind. Der abgesenkte Eiweißgehalt im Futter schont den Stoffwechsel der Tiere, da die Tiere den überschüssigen Stickstoff nicht mehr Stoffwechsel-belastend ausscheiden müssen. Dadurch kann der Wasserverbrauch sinken und damit ebenfalls die anfallende Güllemenge.

Die Umsetzung dieses Konzeptes fand unter anderem auf landwirtschaftlichen Lieferbetrieben der Firma Tönnies statt. Die Schlachtausbeuten wurden bei Tönnies laufend überprüft und kontrolliert. Gute bzw. nicht abfallende Ergebnisse geben der Firma Tönnies den Anlass, dieses neuartige Fütterungskonzept nun bei ihren Vertragspartnern zu forcieren. In diesem Rahmen wird es als „TONISO“-Fütterung (tieroptimiertes-, nitrat- und sojareduziertes Fütterungskonzept) bezeichnet.

„Das ist ein echter Durchbruch, um landwirtschaftliche Tierhaltung zukunftsfest für Umwelt und Klima aufzustellen. Die Potenziale bei der Nitrat-Reduktion sind enorm. Wir werden alles daransetzen, um das Konzept gemeinsam mit unseren Lieferanten in Zukunft flächendeckend umzusetzen,“ sagt Dr. Wilhelm Jaeger, Leiter der Stabstelle Landwirtschaft bei Tönnies. Zurzeit werden mehrere tausend Schweine pro Woche bei Tönnies in Rheda-Wiedenbrück angeliefert, die bereits nach den innovativen Fütterungskonzepten gemästet worden sind. Diese Zahl soll nun kontinuierlich steigen. „Wir sind davon überzeugt, mit dem TONISO-Konzept einen großen Beitrag für die nachhaltige Entwicklung der Nutztierhaltung in Deutschland zu leisten“, sagt Dr. Jaeger.

Ressourcenschutz:

Verantwortungsvolle Abwasserbehandlung in Rheda-Wiedenbrück

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Verantwortungsvolle Abwasserbehandlung in Rheda-Wiedenbrück

„Tönnies betreibt mit einem hohen Aufwand die Behandlung des Schmutzwassers, so dass dieses, bevor es dem städtischen Teil der Kläranlage zugeführt wird, sauberer ist als das häusliche Abwasser“, sagt Dr. André Vielstädte, Leiter der Unternehmenskommunikation bei Tönnies. Tönnies selber leitet kein Wasser in die Ems ein, sondern reinigt in speziellen Behandlungsstufen sein Schmutzwasser, bevor es dem städtischen Teil der Kläranlage zugeführt wird.

Zum Vergleich: Der chemische Sauerstoffbedarf (CSB) aus häuslichem Abwasser beträgt durchschnittlich 600 mg/l, der CSB aus unserer Vorbehandlung beträgt ca. 100 mg/l. Das optimal vorgeklärte Abwasser kann aufgrund der guten biologischen Qualität mit dem kommunalen Abwasser vermischt werden. Tönnies reinigt das Abwasser durch chemisch-physikalische Flotation, einem Trennverfahren, bei dem die Feststoffe von der flüssigen Phase getrennt werden. Diese Feststoffe werden anschließend im Faulturm weiter behandelt und einer energetischen Nutzung zugeführt. Die wässrige Phase wird anschließend in weiteren biologischen Stufen behandelt. Zusätzlich zu diesen Maßnahmen prüft die Stadt Rheda-Wiedenbrück die Einrichtung einer vierten Klärstufe.

„Diverse Veröffentlichungen haben bereits auf den Nachweis von Antibiotikaresistenten in ganz Deutschland hingewiesen. Hieraus jetzt eine Kampagne gegen Tönnies zu machen, ist eine Milchmädchenrechnung des Bündnisses gegen die Tönnies Erweiterung um politisches Kapital zu schlagen.“ Das Bundesinstitut für Risikobewertung wie auch das Umwelt Bundesamt belegen, dass Antibiotikaresistenzen ein grundsätzliches Problem in ganz Deutschland sind, die auf die Humanmedizin und die Tierhaltung zurückzuführen seien.

Ressourcenschutz:

Lösung für Klärschlammentsorgung am Standort Rheda-Wiedenbrück

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Lösung für Klärschlammentsorgung
am Standort Rheda-Wiedenbrück

Die Stadt Rheda-Wiedenbrück und das Unternehmen Tönnies am Standort Rheda-Wiedenbrück arbeiten unter anderem bei der Kläranlage seit Jahren eng zusammen. Im Jahr 2000 beteiligte Tönnies sich beim kommunalen Klärwerk und unterstützt seitdem neue Klärbecken, Gasbehälter, ein neues Blockheizkraftwerk, einen Schlammspeicher und 2007 die Erweiterung des Faulturms auf ein Fassungsvermögen von 11.500 Kubikmeter.

Mit der neuen Düngemittel- und Klärschlammverordnung ist es schwieriger den Klärschlamm als Dünger landwirtschaftlichen Flächen aufzubringen. Die Kapazitäten in Müllverbrennungsanlagen, Kohlekraft- und Zementwerken waren im Frühjahr 2018 ausgeschöpft. Zudem hat das zunächst sehr kalte und anschließend sehr feuchte Wetter im Frühjahr dafür gesorgt, dass die landwirtschaftlichen Flächen nicht gedüngt werden konnten.

Gemeinsam wurden nun die Lager-Kapazitäten der Kläranlage erweitert, so dass eine kurzfristige Übergangslösung geschaffen wurde. Zudem ist die Ausbringung des Klärschlamms auf weiteren landwirtschaftlichen Flächen nun geregelt.

Tönnies steht seit vielen Jahren im Dialog mit Behörden an allen Standorten, um gemeinsam an den Themen des Umwelt- und Energiemanagements zu arbeiten.

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