Klimaschutz in der Tierhaltung

Unsere Verantwortung für eine klimaschutzfreundliche Tierhaltung und Fleischproduktion.

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Klimaschutz in der Tierhaltung

3,79 Prozent der Treibhaus-Emissionen in Deutschland haben Ihren Ursprung in der Tierhaltung, um für uns alle Fleisch, Milch, Butter, Eier und Käse zu erzeugen. 

Wir arbeiten zusammen mit unseren Partnern aus der Tierhaltung daran, die Klimabilanz der Fleischerzeugung kontinuierlich zu verbessern – für eine klimaschutzfreundliche Tierhaltung und Fleischproduktion.

Fleisch ist ein wichtiger Nährstofflieferant, der den Körper mit essenziellen Proteinen, Vitaminen und Mineralstoffen versorgt. Für die Herstellung dieses wertvollen Lebensmittels sind Ressourcen erforderlich.

Dabei verursacht vor allem die Tierhaltung und Futtermittelerzeugung Emissionen, die Auswirkungen auf das Klima haben. Dazu zählen u.a. Methan-Emissionen aus der Tierhaltung, das Ausbringen von Gülle und Lachgas-Emissionen aus landwirtschaftlich genutzten Böden.

Dr. Wilhelm Jaeger

Leitung Abteilung Landwirtschaft

Dr. Gereon Schulze Althoff

Leiter Qualitätsmanagement und Veterinärwesen

Wichtige Kennzahlen

Unsere Arbeit

Tönnies arbeitet zusammen mit Partnern an Innovationen, die unsere eigene Klimaschutz-Bilanz und die der Erzeuger verbessern. Dabei entwickeln wir Instrumente für eine ressourcenschonende Landwirtschaft. Bei allem Einsatz für eine klimaschonende Tierhaltung und Futtermittelerzeugung tragen wir gleichzeitig modernsten Tierwohl-Kriterien und den ökonomischen Zielen der Landwirte, ihrer Familien und den davon abhängigen Arbeitsplätzen Rechnung. So sind wir Motor für die Zukunft des ländlichen Raumes und erfüllen unsere Verantwortung für das Wohl von Mensch und Tier sowie für den Schutz des Klimas.

Aktivitäten zur Verbesserung der Klimabilanz für Fleisch in der Tierhaltung:

Gute landwirtschaftliche Praxis umsetzen

Robustheit der Zuchttiere, Züchtung und Futterverwertung der Tiere verbessern

Futterqualität verbessern (z.B. durch eiweißreduzierte Mehrphasenfütterung)

Güllemanagement verbessern (z.B. durch Reduktion von Mineraldünger und bessere Nutzung organischer Dünger)

Forschungsarbeit zum Auffinden weiterer bisher ungenutzter Potenziale

Tönnies ist Gründungsmitglied für das QS Prüfzeichen. Das ist die Plattform für die Sicherstellung und unabhängige Überprüfung der guten Landwirtschaftlichen Praxis. Wir beschaffen unsere Schweine und Rinder bevorzugt von landwirtschaftlichen Erzeugern, die an diesem Kontrollprogramm teilnehmen. Mehr unter  www.q-s.de

Mit gesteigerter Produktivität reduziert sich auch der Ressourcenverbrauch, der auf eine Nahrungseinheit Fleisch zurückzuführen ist. Die Zucht- und Managementleistung unserer tierhaltenden Lieferanten führte in den vergangenen Jahren zu einer stark verbesserten Futterverwertung und besserer Tiergesundheit.

Waren 1990 für die Mast eines 120kg schweren Schlachtschweins noch 254 kg Tierfutter erforderlich, so kommt ein  heute geschlachtetes Mastschwein mit ca. 14 % weniger Futter aus. Der Hauptgrund: Durch Verbesserungen in Züchtung und Gesundheitsüberwachung verwertet und verarbeitet es die vorhandenen Nährstoffe besser. Wissenschaftler haben berechnet, dass damit die CO2-Emissionen allein um 12-14% gesenkt werden konnten. Schließlich bedeutet weniger Futtereinsatz auch einen geringeren Ressourceneinsatz bei der Fleischerzeugung sowie weniger Gülleproduktion.

Im Rindfleischsektor schlachten und verarbeiten wir zum größten Teil Rinder aus Systemen, die vorrangig für die Milcherzeugung genutzt werden. Dies sind Milchkühe sowie deren Nachkommen. Denn nur wenn eine Kuh jährlich kalbt, kann sie weiterhin Milch geben. Wir fördern zusammen mit Partnern züchterische sowie Haltungsmaßnahmen für eine nachhaltige Rinderhaltung.

Die Instrumente in der Tierzucht und im Management der Tiergesundheit müssen konsequent genutzt und weiter ausgebaut werden. Gleichzeitig müssen diese Entwicklungen einen wirklichen Mehrwert für den Ressourcenschutz und gleichzeitig das Tierwohl ergeben. Hieran beteiligt sich Tönnies mit unterschiedlichen Maßnahmen.

Zusätzlich haben wir uns an der Weiterentwicklung neuartiger ressourcenschonender Schweine-Futterkonzepten beteiligt. Diese kommen unter anderem mit weniger Soja aus. So benötigt zum Beispiel ein Tierhalter bei Anwendung des TONISO Fütterungssystems pro aufgezogenem Schwein 30 % weniger Soja als bei der konventionellen Fütterung.

Konzepte einer proteinreduzierten Mehrphasenfütterung bestehen seit längerem, haben aber nie den Praxisdurchbruch erlebt. Langfristuntersuchungen von Tönnies mit Pilotbetrieben haben die Wirtschaftlichkeit der Mehrphasenfütterung gezeigt. Mit Partnern haben wir zusätzliche Futtermittelbestandteile entwickelt, die die Eiweißfütterung durch spezifische Aminosäure-Zugaben noch effizienter macht. Masttiere scheiden so weniger Stickstoff aus. Der Eintrag in den Boden wird um bis zu 30 % reduziert.

Die Kommunikation und Verbreitung unserer Klassifizierungsergebnisse führte 2018/2019 zu einer breiten Umsetzung bei unseren landwirtschaftlichen Partnern.

 

Effekte sind:

  1. Reduktion der Nährstoffeinträge in die Nährstoffkreisläufe
  2. Verminderung der Nährstoffausträge ins Grundwasser
  3. Effizientere Verwertung der vorhandenen Nährstoffe

 

Schlachtnebenprodukte von gesund geschlachteten Tieren sind auch 20 Jahre nach BSE noch immer nicht für die Verfütterung in anderen Spezies zugelassen. Eine wertvolle Ressource wird verschwendet.

Der Sojaimport könnte weiter reduziert werden!

Schweine und Hühner könnten im Sinne der Kreislaufwirtschaft wieder gemäß ihrer ursprünglichen Bestimmung gefüttert werden.

Wir setzen uns in den relevanten Gremien und in der Politik für die Wiederzulassung von tierischem Eiweiß in der Nutztierfütterung ein.

Zusammen mit Partnern aus der Tierhaltung arbeiten wir an klimaschutzfreundlichen Offenstall-Konzepten. Sie verbinden das gesellschaftlich und vom Handel nachgefragte verbesserte Tierwohl durch Außenklima mit gleichzeitig reduzierten Emissionen. Diese erreicht man in diesem Fall durch die systematische Trennung von Kot- und Harn-Ausscheidungen.

Durch die Trennung von flüssiger und fester Phase lassen sich dabei die Ammoniakemissionen reduzieren. Der Festmistanteil wird als wertvoller Dünger vermarktet und dem ökologischen Kreislauf dort wieder zugeführt, wo er benötigt wird.

 

Das hat mehrere positive Effekte:

  • erhebliche Reduktion des Nährstoff-Eintrags in Problemgebieten
  • bessere Nutzung der organischen Dünger als Ersatz zu energetisch aufwendig produziertem Mineraldünger

Das Umweltbundesamt berechnete für 2017, dass 7,3 % der gesamten Treibhausgas-Emissionen auf die Landwirtschaft und Tierhaltung in Deutschland zurückzuführen sind.

Die Landwirtschaft hierzulande trägt zur Emission folgender Treibhausgase bei:

Methan (CH4)
Dieses Gas entsteht bei der Verdauung von Gras- und weiteren Pflanzenbestandteilen vor allem bei der Milchkuh sowie bei der Lagerung von Wirtschaftsdünger, insbesondere von Rindern. Die Fermentationsschritte im Magen-Darm-Trakt der Tiere sind Voraussetzung dafür, dass aus Grünpflanzen wie Weidegras nährstoffreiche Lebensmittel wie Milchprodukte oder Fleisch entstehen.

Kohlenstoffdioxid (CO2)
Dieses Gas wird beispielsweise verstärkt freigesetzt, wenn Grünland in Ackerland umgewandelt wird. In den letzten Jahren ist vermehrt Grünland in bewirtschaftetes Ackerland umgewandelt worden, auch um die steigende Nachfrage nach qualitativen Nahrungsmitteln zu bedienen. Auch die Anwendung von Harnstoffdünger und die Ausbringung von Kalken auf Böden setzt Anteile von Kohlendioxid frei.

Lachgas (N2O)
Lachgas entsteht direkt und indirekt in der Landwirtschaft sowie der Tierhaltung: Direkte Lachgasemissionen resultieren hauptsächlich aus stickstoffhaltigem Dünger (z.B. Mineraldüngern und Gülle), wenn dieser über den Düngebedarf der angebauten Pflanzen hinausgeht. Weitere Ursachen sind die Bewirtschaftung organischer Böden, Ernterückstände im Boden sowie Gärreste aus Biogasanlagen. Indirekte Lachgasemissionen entstehen, wenn reaktive Stickstoffverbindungen wie Nitrat und Ammoniak in die umliegenden Naturräume gelangen und dort wieder zu Lachgas umgebildet werden.

Zum Vergleich

Allein die Emissionen fossiler Brennstoffe für Heizung, Stromerzeugung und Verkehr machten 2016 84,9 % aller Treibhausgas-Emissionen in Deutschland aus.

Wissenschaftler haben berechnet, dass eine Halbierung des Fleischverzehrs in Deutschland nur so viel Einsparung an Treibhausgas-Emissionen bringen würde wie der Ersatz von 2 % der Emissionen durch Braunkohle mit Windenergie.

Unsere Verantwortung

Nutztiere sind in der seit tausenden Jahren in Mitteleuropa praktizierten Kreislaufwirtschaft essenziell. Sie machten die Entwicklung der menschlichen Zivilisation in Europa mit möglich. Ohne Nutztiere gäbe es noch heute kein Eiweiß tierischen Ursprungs und keinen organischen Dünger für Nutzpflanzen.

Diese Kreislaufwirtschaft leistet auch heutzutage einen wichtigen Beitrag, um den Bedarf an proteinreichen Nahrungsmitteln und insbesondere an Fleischprodukten zu stillen. Dabei werden Ressourcen verbraucht.

Pragmatisch, zielgerichtet und in Partnerschaft mit landwirtschaftlichen Erzeugern, Wissenschaft und Forschung sowie Behörden und Verbänden arbeiten wir seit vielen Jahren daran, die Emissionen zu senken, die so entstehen. Unsere Verantwortung beginnt bei der Senkung unserer eigenen Emissionen in unseren Produktionsbetrieben. Zudem unterstützen wir unsere landwirtschaftlichen Partner dabei, ihre Klimabilanz zu verbessern.

Bereits 2011 haben wir eine umfassende Analyse des COFootprints für ein Schweineschnitzel erstellt.

Tönnies CO2 Footprint 2011

Aus dieser Basisanalyse wurde eine Reihe von Stellhebeln definiert, an denen wir seitdem zusammen mit unseren Partnern gezielt am möglichst klimafreundlich erzeugten Schweine- und Rindfleisch arbeiten. Unser Fokus liegt darauf, die Klimaschutzziele in der Tierhaltung zu realisieren. Wir sind auf einem guten Weg, dieses Ziel zu erreichen.

Gunstregion

Für die Versorgung einer wachsenden Weltbevölkerung mit hochwertigen, sicheren Nahrungsmitteln sind Agrarexporte in verschiedene Teile der Welt ein wesentlicher Baustein. Unser Heimatland Deutschland ist eine sogenannte Gunstregion für die Herstellung von Fleischprodukten.

Daher ist Deutschland weltweit einer der wichtigsten Fleisch-Produzenten, um die Nachfrage nach Fleisch und Eiweiß zu bedienen. Hierzulande gelten höchste Tierwohl- und Verbraucherschutz-Standards sowie Klimaschutz-Vorgaben. Diese Vorgaben sorgen dafür, dass wir als Tönnies schon jetzt bei der Herstellung von Fleischprodukten eine Klimabilanz erreichen, die weltweit Standards setzt. Wir haben früh angefangen, unsere Emissionen zu senken. Und wir arbeiten mit unseren Partnern aus der Tierhaltung aktiv daran, die Klimabilanz der Landwirtschaft zu verbessern. Diesen Weg gehen wir in den nächsten Jahren konsequent weiter.

Anders als z.B. der Individualverkehr, Tourismus oder die Höhe der Heiztemperatur im Haus, ist Fleisch als einer der wichtigsten Eiweißlieferanten essenziell für die menschliche Ernährung. Aber auch für die natürlichen Kreisläufe ist die Nutztierhaltung wichtig, denn ohne sie gibt es keinen organischen Dünger, keine Nutzung des Grünlands für die menschliche Ernährung und vieles andere mehr.

Eine Gunstregion zeichnet sich vor allem durch von der Natur begünstigte Gebiete aus, mit fruchtbaren Böden, gemäßigtem Klima, ausreichend Niederschlägen. Des Weiteren wirken sich technisches Know-how, qualifizierte Fachkräfte sowie eine gut ausgebaute Infrastruktur positiv auf die Landwirtschaft und Rohstoffgewinnung aus und macht gute Erträge sowie Produkte möglich. Deutschland ist aufgrund seines Klimas, aber auch seiner guten Handelsinfrastruktur eine solche Gunstregion.

Weitere Maßnahmen in der Produktionskette:

Umweltmanagement und sparsamer Umgang mit Ressourcen in unseren Produktionsbetrieben

Optimierte Logistikketten

Nutzung und Verarbeitung der gesamten Schlachtkörper

Schonender Umgang mit Rohstoffen und Energieressourcen in der Lieferkette

Unser Tellerrand

Alle Maßnahmen greifen daneben, wenn dem Lebensmittel Fleisch nicht die Wertschätzung zukommt, die ihm gebührt. Es zählt zu unserer gesellschaftlichen Aufgabe, die wertvollen Ressourcen, die aus den Schlachtkörpern entstehen, bestmöglich zu nutzen und Verschwendung zu vermeiden.

Dies stellen wir zuallererst sicher durch eine möglichst umfassende Nutzung des gesamten Schlachtkörpers. Zudem trägt der Schweinefleischexport der Agrarnation Deutschland erfolgreich dazu bei, auch die Artikel des Schweines zu vermarkten, die in anderen Teilen der Welt eine Delikatesse sind, in Deutschland jedoch nicht verzehrt werden. Dies sind z.B. Schweinepfoten, Mägen, Ohren, Adern, Knorpel und vieles andere mehr.

Genauso wollen wir mit möglichst hohen Hygiene-Standards daran arbeiten, die Keimbelastung auf Fleisch zu minimieren, um eine möglichst langfristige Lagerfähigkeit zu ermöglichen

Vermarktung eines Schweins

Unsere Ziele

Die Grundlagen für die weitere Reduktion von Emissionen aus der Tierhaltung sind geschaffen.

Unser Ziel ist es, zusammen mit unseren Partnern die am Markt befindlichen Technologien in der Breite umzusetzen. Hierzu gilt es Hürden abzubauen und Anreize zu setzen. Dafür setzen wir uns in der Politik ein und schaffen durch erfolgreiche Pilotprojekte Fakten, die der weiteren Entwicklung den Weg ebnen.

Tönnies arbeitet auch deshalb mit Forschern der Universität Kiel in einem großen Verbundprojekt des Kuratoriums für Technik und Bauwesen in der Landwirtschaft e.V. (KTBL) daran die Effekte der Kot-Harntrennsysteme auf Emissionen zu überprüfen. Damit wird eine vernünftige Datenbasis für neue Stallbauten und Genehmigungsverfahren geschaffen.

Tönnies setzt sich für die Integration von ressourcenschonenden Verfahren in Programmen für nachhaltig produziertes Fleisch ein, die neben Fragen des Tierwohls auch Elemente des Ressourcenschutzes beinhalten.

Fragen Sie uns!

Dialog ist uns wichtig. Deshalb wollen wir Ihre Fragen hören und uns mit den Themen auseinandersetzen, die Sie beschäftigen. Schreiben Sie uns und unsere Fachleute werden Ihre Fragen an dieser Stelle beantworten. Bei inhaltsgleichen Fragen werden die Antworten von uns gebündelt.

Gerne zeigen wir Ihnen auch vor Ort an unseren Standorten, was wir machen und wie wir handeln. Jedes Jahr führen wir mehrere Tausend Besucher durch unsere Standorte. Kontaktieren Sie uns direkt über das Formular, wenn Sie sich für einen Besuch bei uns interessieren.

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